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AUF DEM WEG NACH GOLGATHA

„Einmal mit Jeshua spazieren gehen“
Iris-Anna Deckert, Sopran
Markus Utz, Orgel
Liebfrauen, Wildunger Straße 55

 

„Einmal mit Jeshua spazieren gehen“
Iris-Anna Deckert, Sopran
Markus Utz, Orgel
Liebfrauen, Wildunger Straße 55

Die Sopranistin Iris-Anna Deckert und der Organist Markus Utz führen auf ungewohnte Weise in der Liebfrauenkirche eine „musikalische Meditation zur Passion“ auf. Mit Franz Lachners berühmtem „Stabat Mater“, Kompositionen von Claudio Monteverdi, Arvo Pärt und der Uraufführung des Werks „Pietà“ von Philipp Claßen überschreitet das Duo gewohnte Grenzen. Die Schauspielerin Stela Katic ergänzt die Werke mit Worten des russischen Literaten Michail Bulgakow.

Das Stabat-Mater-Thema hat Komponisten immer wieder zu großartigen Werken inspiriert. Im Zentrum der Betrachtung steht dabei das Leiden der Muttergottes unter dem Kreuz Christi. Die Musik des estnischen Komponisten Arvo Pärt entspricht auf ihre unprätentiöse Art exakt dem Geist der Fasten- und Passionszeit. Sie behandelt das Leiden der Menschheit, wobei Part auch persönliche Erfahrungen einwebt. 1977 komponierte er das Werk „Sarah was ninety years old“ über Abrahams Frau, die der Überlieferung zufolge im Alter von 90 Jahren ihren Sohn Isaak gebar. Die sowjetischen Kulturbehörden zwangen den Musiker, das Werk „Modus“ zu nennen.

Ähnlich erging es dem russischen Literaten Michail Bulgakow, dessen Roman „Der Meister und Margarita“ erst nach seinem Tod veröffentlicht wurde. Das Buch erlangte Kultstatus und wurde zum Klassiker der russischen Literatur des 20. Jahrhunderts. Das Werk enthält die Erzählung über Pontius Pilatus während der letzten Tage Jesu Christi. Diese Passagen werden auszugsweise während des Konzerts rezitiert.

Monteverdi Motette „Exulta Filia“ („Tochter Zion, freue dich“) bildet einen starken Kontrast zu Pärts Stück, indem es den Jubelgesang des Palmsonntags vor dem Abgrund der Passion thematisiert. Dagegen lenkt die Uraufführung des Stückes „Pietà“ des jungen deutschen Komponisten Philipp Claßen die Aufmerksamkeit wieder auf die „mater dolorosa“. Hier steht die Mutter in ihrem Schmerz, nicht der tote Sohn im Mittelpunkt.

Franz Lachner hinterließ zwei Stabat-Mater-Vertonungen. Die zweite Version von 1870 für Streicher und Orgel und in einer reinen Orgelfassung erklingt im Konzert. Lachner orientierte sich damit an der damals modernen Stilrichtung der Neudeutschen Schule.

Die Sopranistin Iris-Anna Deckert und der Organist Markus Utz aus Konstanz entführen das Publikum mit ihrem Konzert auf eine musikalische Reise in die Leidensgeschichte Jesu. Die Musik wird unterlegt mit Texten des russischen Literaten Michail Bulgakow, vorgetragen von der Schauspielerin Stela Katic. Foto: Veranstalter