Orgel

Schnell zieht er die Blicke auf sich und fasziniert den Betrachter: der kunstvolle Rund-Prospekt der Vleugels-Orgel (2005) in der Stuttgarter St. Fidelis-Kirche, der den ästhetischen Stellenwert erkennen lässt, den die Hardheimer Orgelbaufirma neben der Klanglichkeit auch der optischen Gestalt des Instrumentes einräumt. Mit der Realisierung der Kreisform im Orgelgehäuse und der Farbgestaltung durch die Künstlerin Anina Gröger ist eine Orgelskulptur entstanden, welche den Zeitgeist des beginnenden 21. Jahrhunderts abbildet und einen reizvollen Akzent schafft in dem schlichten Kirchenraum des Architekten C. Hummel aus dem Jahr 1925.

So wie das Instrument dem Auge entgegenstrahlt, so zeigt es sich auch dem Ohr ausgesprochen vielfarbig mit seinen 44 Registern auf drei Manualen und Pedal. Die Disposition ist von den wesentlichen Stilepochen des Orgelbaus geprägt. Sie basiert auf den Erfordernissen barocker Tradition, steht der deutschen Romantik nahe und bietet zugleich die typischen Klangfarben für französisch-symphonische Musik. Mit nahezu einem Viertel der Register sind die Zungenstimmen stark besetzt, wobei sich neben den klassischen französischen Vertretern im Haupt- und Schwellwerk mit Englischhorn und Schalmei zwei runde charakterstarke Klangfarben im Positiv finden. Da dieses ebenfalls in einem separaten Schwellkasten positioniert ist, bietet die Vleugels-Orgel dem Spieler größte klangliche Variabilität. Neben Kuckuck, Tympanon und Pauke findet man als ungewöhnliche ‚Spielregister‘ Pencilius 1/2' und Plubum 2/3‘. 

Alle Daten und Fakten, sowie die Disposition der Orgel in St. Fidelis finden Sie hier.