Liebeserklärung und Lob der Schöpfung
Das renommierte Brenzhaus Orchester unter der Leitung von Christopher Jöckel gastiert am 26. April um 19 Uhr in Liebfrauen. Im Rahmen der Konzertreihe hora caecilia bietet es einen faszinierenden Einblick in die Gefühlswelt der Romantik: mit der „Italienischen Sinfonie“ von Felix Mendelssohn Bartholdy und dem Cellokonzert in a-Moll von Robert Schumann.
Mit diesen beiden Werken beweist das Ensemble dreierlei: seine hohe musikalische Qualität, die Tatsache, dass existentielle Themen nicht nur in Oratorien ihren Platz finden, und die unterschiedliche Herangehensweise der beiden Komponisten. Beide beleuchten die Motive der Schöpfung und der Liebe, doch aus radikal unterschiedlichen Blickwinkeln. Auf der einen Seite feiert Mendelssohn in seiner Sinfonie die göttliche Schöpfung und die Schönheit der Natur mit heller, vitaler Musik und heiteren Tönen. Besonders der langsame Satz, oft als Pilgerprozession gedeutet, verleiht der Sinfonie eine spirituelle Tiefe.
Schumanns musikalische Liebeserklärung an seine Frau
Robert Schumann dagegen widmet sich in seinem Cellokonzert der menschlichen Liebe. Das Cello übernimmt dabei die Rolle der menschlichen Stimme. Sie legt ein tiefes, seelisches Bekenntnis zu einer heilen Welt ab, in der die Liebe zur Vollendung der Schöpfung wird. Musikhistoriker interpretieren dieses Werk oft als eine Liebeserklärung Schumanns an seine Frau Clara. Beide Meisterwerke lassen uns verstehen, wie die Romantik das Göttliche in der Natur und im menschlichen Herzen betrachte.
Hintergrund: Das Brenzhaus Orchester
Das 1894 gegründete Stuttgarter Orchester ist eines der ältesten der Stadt mit 45 Musikern in voller Streicher- und Bläserbesetzung. Das Repertoire umfasst Werke vom Barock bis zur Moderne.
Brenzhaus Orchester
Christopher Jöckel, Leitung
Eintritt frei – Spende erbeten
Es erklingen Orgelwerke von Christian Gotthilf Tag.
Christian Gotthilf Tag, geboren 1735 war ein evangelischer Kantor und Komponist. Er wirkte ganz bescheiden in der sächsischen Kleinstadt Hohenstein als Kirchenmusiker. Er war einer der tüchtigsten Organisten, Sachverständigen und Komponisten seiner Zeit und widmete sich ganz der spätbarocken Tradition. Im Jahre 1811 verstarb er.
Ergänzt wird der Gottesdienst mit einstimmigen Gesängen des deutschen Liturgiegesanges.
Martin Kurz, Kantor
Ulrich Hafner, Orgel